Tipps zur Umstellung von http:// auf https://

Tipps zur Umstellung von http:// auf https://

Immer wichtiger in Zeiten des modernen Internets – die Umstellung einer Website von http auf https. Nicht nur für die Sicherheit der Seitenbesucher, sondern – natürlich – auch wieder im Rahmen einer guten, allumfassenden SEO. Denn je unsicherer das Web allgemein wird, desto höher bewertet Google potentiell sichere Seiten im eigenen Ranking.

Wichtiger Hinweis vorab: Die Umstellung des sog. Protokolls KANN zu temporären Ranking-Einbußen führen, MUSS es aber nicht. Mittel- und Langfristig überwiegen die Vorteile von https aber – für den Kunden und für den Betreiber der Website.

Was ist http überhaupt?

In kurz: „Das Hypertext Transfer Protocol (HTTP, englisch für Hypertext-Übertragungsprotokoll) ist ein zustandsloses Protokoll zur Übertragung von Daten auf der Anwendungsschicht über ein Rechnernetz. Es wird hauptsächlich eingesetzt, um Webseiten (Hypertext-Dokumente) aus dem World Wide Web (WWW) in einen Webbrowser zu laden.„. Es dient also, ganz grob gesagt, dazu, dass Webbrowser (wie Chrome, Firefox, Safari & Co.) Websites aus dem Internet laden können. Ganz ausführlich ist das http-Protokoll hier beschrieben.

Und was ist https?

In kurz: „HyperText Transfer Protocol Secure (HTTPS, englisch für „sicheres Hypertext-Übertragungsprotokoll“) ist ein Kommunikationsprotokoll im World Wide Web, um Daten abhörsicher zu übertragen. Es stellt eine Transportverschlüsselung dar.„. Es ist also eine verschlüsselte Variante des http-Protokolls, welche im Gegenzug dann logischerweise unverschlüsselt daherkommt. Die ausführliche Beschreibung des https-Protokolls ist wieder hier zu finden.

Da der Sicherheitsaspekt bei der Benutzung des Internets heutzutage immer wichtiger wird, bringt einem https als verwendetes Protokoll sogar nicht „nur Vorteile“, sondern ein Verzicht kann mittelfristig sogar konkrete Nacheile beim Betreiben einer Website bringen.

Aber wie geht man am besten bei einer Umstellung von http auf https vor?

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Im Vorfeld
Nie eine solche Umstellung an einem Freitag vornehmen. Nie. Wirklich. Niemals!
Hier kann viel Unerhofftes passieren und da können 2 freie Tage bis zum nächsten regulären Arbeitstag viel Schaden anrichten. Deswegen: Legen Sie so eine Umstellung von http auf https niemals auf einen Freitag oder vor einen Feiertag.
Idealerweise macht man so eine Umstellung an einem Montag.

Schritt 1
Skizzieren Sie sich im ersten Step die Struktur Ihrer Website. Notieren Sie sich Ihre Ober- und Unterkategorien, ihre Infoseiten, Ihre Kontaktseiten – alles!

Damit Sie bei der Umstellung alles im Blick haben, ist eine vorher angelegte Übersicht sehr wertvoll – so können Sie im Anschluss alle Funktionalitäten und Erreichbarkeiten testen und kontrollieren.

Notieren Sie sich vor allem auch mit der Website verknüpfte Dateien. Skripte, Downloads, API-Aufrufe – alle http-Aufrufe, die den selben Server betreffen.

Schritt 2
Messen Sie die für Sie wichtigen Keywords und speichern Sie deren Rankings. Bei dieser Messung sollten Sie auf jeden Fall die für Sie wichtigen Keywords messen und auch Keywords, die vielleicht etwas weniger „wichtig“ für Sie sind.

Notieren Sie sich die entsprechenden Keywords und messen Sie diese vor allem direkt nach der Umstellung für mindestens 2 Wochen täglich neu – nur so können Sie direkt reagieren und eingreifen, wenn irgendetwas schiefgegangen sein sollte.

Schritt 3
Sorgen Sie für die nötige Expertise. Sofern es sich nur um ein sehr kleines Web-Projekt handelt, können Sie es – das nötige technische Wissen voraussgesetzt – auch selbst regeln. Sofern es aber ein größeres Projekt ist und die Website eine für Sie und Ihr Geschäft sehr hohe Priorität besitzt, sollten Sie unbedingt dafür sorgen, dass Sie entsprechende Techniker dafür zur Stelle haben. Eine Umstellung von http auf https ist eher eine Arbeit für einen Systemadministrator/Web-Entwickler als für einen SEO.
Hier kann technisch viel falsch gemacht werden, daher sollte das technische Know How vorhanden sein.

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Schritt 4
Die Umstellung von http auf das https-Protokoll kann auf mehrere Arten durchgeführt werden

Methode 1
Sie führen die Umstellung direkt live von der Website durch (riskant)

Methode 2
Sie haben eine Test-/Entwicklungsversion Ihrer Website laufen. Diese Version ist eine Spiegelung Ihrer Website, nur nicht für die Suchmaschinen oder normale Besucher abrufbar. Hier können Sie die Umstellung quasi frei von Risiken für die Produktiv-Version Ihrer Website testen. Sofern diese Version zu Ihrer Zufriedenheit umgestellt wurde, kann es dann im Anschluss „live“ geschaltet werden.

Methode 2 mag vielleicht mehr Zeit und Geld in Anspruch nehmen, ist aber die eindeutig empfehlenswertere Methode, da bei Methode 1 viel zu viele nicht absehbare Risiken vorhanden sind und Sie das, je nach Fehler, deutlich mehr Geld kosten kann.

Schritt 5
Suchen Sie nach http-Aufrufen Ihrer Website auf Ihren Server und ändern Sie diese auf https. Bilder, Skripte (CSS-Dateien, JavaScript-Dateien), Canonical Tags und mehr – alles müssen Sie auf https ändern.
Sollten http-Elemente auf einer https-Seite vorhanden sein, meckert oftmals der Webbrowser und spricht von „unsicheren Elemente“ auf der Website. Klar, ein per http aufgerufenes Bild ist _eigentlich_ keine schlimme Sache, die Meldung allein kann aber schon den unbedarften Besucher abschrecken und Ihnen geht im Zweifelsfall Umsatz verloren.

Achten Sie auch darauf, dass möglicherweise eingerichtete Weiterleitungen (301, 302 etc) entsprechend korrekt auf die neue https-Version weiterleiten und nicht unnötig http-Aufrufe durch Weiterleitungen produziert werden, welche, im schlimmsten Fall, Aufrufschleifen produzieren können und so dafür sorgen, dass eine bestimmte Unterseite X gar nicht mehr aufrufbar ist.

Schritt 6
Sorgen Sie dafür, dass Ihre u.U. vorhandenen Social Media-Accounts (Facebook, Twitter, Instagram & Co) ebenfalls auf Ihre https-Variante verweisen und mögliche Social Sharing-Plugins auf Ihrer Website so eingestellt sind, dass diese die https-Version der jeweiligen URL teilen und nicht noch ggf. die http-Version weiterverteilen

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Im Anschluss
Prüfen Sie anhand Ihrer vorher erstellten Übersicht, ob sich alle Seiten wie gewohnt aufrufen lassen (nur mit dem Unterschied, dass jetzt ein https vorn in der URL zu sehen ist)

Fügen Sie die https-Variante der Google Search Console hinzu und senden Sie die Seite auch entsprechend an den Google Index

Achten Sie darauf, dass keine robots.txt oder .htaccess-Datei Umstellungs-bedingt plötzlich Bereiche der Seite blockt, die vorher zugänglich waren.

Im Anschluss, wenn alles läuft, beobachten Sie, wie oben beschrieben, erstmal für mindestens 2 Wochen, wie sich Ihre Website bei Google in den Rankings entwickelt. Auch den Traffic Ihrer Website können Sie in der Zeit besonders aufmerksam via Google Analytics beobachten.

Wenn Sie bedacht und wie beschrieben vorgegangen sind, dürfte es aber in den meisten Fällen Ranking-technisch tendentiell nach oben gehen. Qualitativ haben Sie Ihre Website jedenfalls ggü Google und Ihren Besuchern stark aufgewertet.

Wenn Sie noch Hilfe bei der Umstellung von http auf https benötigen, – oder generell bei der SEO – so zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Wenn Sie noch ein passendes SSL-Zertifikat für die Umstellung brauchen, sollten Sie zuerst schauen, ob ein solches nicht bereits in Ihrem Hosting-Paket inbegriffen ist. Sofern dies nicht der Fall sein sollte, haben wir für Sie hier eine Übersicht zum Download (Stand: April 2017) mit einigen SSL Zertifikats-Angeboten erstellt.